Beziehungs-Check
Partnerschaft am Prüfstand
Oftmals kommen Blasenentzündungen gehäuft vor, wenn Beziehungsprobleme bestehen. Es gibt dazu keine wissenschaftlichen Beweise, aber der Erfahrungsaustausch mit Leidensgenossinnen bringt genau diesen Zusammenhang oft zum Vorschein. Im Extremfall sind es nicht nur ungelöste Probleme in der Partnerschaft, sondern auch "geduldeter" Geschlechtsverkehr.
Beleuchte kurz folgende Fragen:
- Wie glücklich bist du in deiner Partnerschaft?
- Wie erfüllt ist deine Sexualität mit deinem Partner?
- Bist du entspannt?
- Kannst du dich ausleben?
- Kannst du dich fallen lassen? - Wie fühlt sich deine Blase während und nach dem Geschlechtsverkehr an?
Aus der Ecke der Psychosomatik wissen wir, dass es bei Blasenentzündungen oft um das Thema "Bewahren / Loslassen" geht.
Sei ehrlich mit dir und beantworte dir: Will ich meinen Partner behalten oder würde ich mich gerne lösen?
Teufelskreis Angst
Henne oder Ei Problem: Was war zuerst da? Das Beziehungsproblem oder die Blasenentzündung? Nicht immer sind ungelöste Beziehungsprobleme der Anfang.
In meiner persönlichen Story war am Anfang die Blasenentzündung. Ich liebte und wollte meinen Partner. Aber als die Infekte immer wiederkamen und es eindeutig war, dass Geschlechtsverkehr der Auslöser war, machte das etwas mit mir. Mein Kopf konnte nicht mehr abschalten, ich konnte mich nicht mehr fallen lassen.
Ohne es zu wollen, hatte sich in meinem Gehirn etwas manifestiert: Sex = Schmerz. Bis ich aus dieser Angst nur mehr durch Verzicht auf Sex ausbrechen konnte. Du kannst dir bestimmt ausmalen, welche negativen Folgen das für mein Wohlbefinden und das meiner Beziehung hatte.

Hilfloser Partner
Die Blase kann auf ungelöste Beziehungsprobleme reagieren. Gleichzeitig belasten Blasenentzündungen die Partnerschaft. Aus eigener Erfahrung kann ich bei letzterem so einiges berichten - leider nicht nur Positives.
Dir geht's miserabel mit den Blasenentzündungen nach dem Sex? - Deinem Partner auch. Versuch mal, dich in seine Lage zu versetzen. Dein Partner fühlt sich natürlich oft mitschuldig. Er hat Angst, dir mit Geschlechtsverkehr weh zu tun. Er hegt bestimmt manchmal den Gedanken, dass es an ihm liegen könnte. An der Art, wie er mit dir Sex hat.
Und weil Männer sehr selten von Harnwegsinfekten betroffen sind, kann er deinen Schmerz nicht nachfühlen. Er kann nur erahnen, wie mies es dir geht. Deinem Partner werden dabei viel Toleranz und Akzeptanz abverlangt - wenn du im Tal der Tränen sitzt, wenn Sex erstmal gestrichen ist, wenn Ausflüge abgesagt werden, usw.
Mein Rat: Mach kein Geheimnis daraus, sei offen und sprich mit ihm. Erklär ihm, dass es nicht seine Schuld ist. Zumeist sind es die eigenen e-coli Bakterien aus dem Vorhof der Scheide, die durch Sex einmassiert werden. Erzähl ihm von den Biofilmen, dem gemeinen Versteckspiel der Bakterien. Die Scherkräfte beim Sex können den Schutzfilm "zerreißen" und die versteckten Erreger machen sich erneut in deiner Blase breit.
Beziehe ihn bei deinen Verhaltensregeln im Kampf gegen den HWI mit ein, dann wird er es verstehen und dich unterstützen. Die Belohnung wird ein erfülltes Sexleben sein.
Liebeslust ohne Blasenfrust
Das belastendste Thema aus meiner Erfahrung ist meist Geschlechtsverkehr. Denn die Lust auf Sex vergeht, wenn du danach fast jedes Mal mit einer Blasenentzündung belohnt wirst.
Das muss aber nicht sein! Zwei meiner Artikel beschäftigen sich intensiv damit und geben dir eine Reihe an Tipps & Verhaltensregeln mit auf den Weg:
Und obwohl meine Blase mittlerweile happy ist, geht bei mir nichts ohne: Sauberes Unterstübchen, Gleitgel nach Bedarf, danach immer und sofort auf die Toilette plus 1 Glas Wasser.
Mach nur das im Bett, was dir gut tut! Bleib bei den Stellungen, wo dein Becken entspannen kann und deine Blase keinesfalls noch zusätzlich mechanisch gereizt wird.
Wenn du einen akuten Infekt hast, ist Geschlechtsverkehr tabu. Auch einige Tage nach dem Abklingen der Symptome empfehle ich dir Kuschelkurs anstatt Sex.
Mindfuck
Schon alleine der Gedanke an Sex lässt dich zittern, weil du weißt, was dir im Anschluss blüht? Diese Erwartungshaltung und diese panische Angst vor der nächsten Blasenentzündung zieht sie leider obendrein noch förmlich an.
Mein Drucklöser war immer ein zuvor wirksames Antibiotikum, das ich für den Notfall zu Hause oder mit auf Reisen hatte . Speziell bei "Honeymoon Zystitis" gibt es eine postkoitale Einzeldosistherapie: Fosfomycin-Trometamol (z.B. Monuril®). Das soll keine Werbung für AB bei Blasenentzündungen sein. Es ist immer besser, einen umkomplizierten Infekt ohne AB auszuheilen. Mir hat alleine die Tatsache, dass ein AB im Medikamentenschrank liegt, bereits wahnsinnig viel Angst genommen und dadurch geholfen.