Ab auf die Toilette mit dir

Eine gesunde Blase möchte regelmäßig und vollständig entleert werden. Ein "Zurückhalten" solltest du unter allen Umständen vermeiden! Auch wenn du nicht motiviert bist oder die nächste Toilette umständlich weit weg und versifft ist - Musst du aufs Klo, dann geh bitte auch!

Auch wenn du noch nicht dringend musst: Der Gang zur Toilette sollte nicht zu lange hinausgezögert werden, also nicht erst dann gehen, wenn die Blase prallvoll ist. Als Richtwert solltest du spätestens alle 2-4 Stunden die Toilette ansteuern.

Das erfordert unter Umständen ein bisschen Vorausplanung und Mitdenken, insbesondere dann, wenn du unterwegs bist und nicht immer und überall ein WC vorfindest.

Bist du mitten in einem akuten Infekt gefangen? Es ist natürlich von Vorteil, wenn die Blase oft geleert wird, weil damit Bakterien ausgeschwemmt werden. Da es aber unter Umständen auch extrem schmerzhaft sein kann, insbesondere am Ende des Harnlassens, wird es dir nicht helfen, gefühlt alle 10 min auf die Toilette zu laufen. Deine Blase wird dich im Gegenzug höchstens mit noch mehr Schmerzen bestrafen.

Insbesondere während der Behandlung mit Antibiotikum sollte der Harn nicht mit übermäßigem Trinken verdünnt werden - die Wirkstoffkonzentration in der Blase kann zu gering werden um die Bakterien erfolgreich zu bekämpfen.

Wenn du mit D-Mannose behandelst, ist es zumindest über Nacht hilfreich, wenn die D-Mannose eine Weile in deiner Harnblase verweilen darf. Ständiges Blase leeren spült die D-Mannose aus, bevor sie ihre Wirkung entfalten kann.

Blasenentzündung Blase regelmäßig leeren

Kleiner Toiletten-Knigge

Du fragst dich bestimmt, was es denn dazu noch zu sagen gibt? Jede Menge 🙂

  • Immer hinsetzen: Bei einer fremden Toilette besser alles mit Klopapier zukleistern, bevor du auf die kluge Idee kommst in der Hocke zu pinkeln.
  • Nicht herumlümmeln: Vollständige Blasenentleerung funktioniert besser, wenn man aufrecht sitzt. Tipp bei Restharn: Nachdem die Blase entleert ist, nochmals aufstehen und dann den restlichen Harn pinkeln. Alternative zum Aufstehen: Blase anheben, indem du mit deinen Fingern über dem Schambeim die Blase von außen vorsichtig nach oben schiebst/hebst.
  • Wasser marsch? Zu starkes Pressen erzeugt Unterdruck und damit das Risiko von Restharn.
  • Das Unterstübchen mag kein Parfum: Toilettenpapier mit Duft von der Einkaufsliste streichen.
  • Bist du stolzer Besitzer eines Dusch-WCs? Dann bitte nur den Popo damit säubern, nicht vorne.
  • Tipp: Sanfte Reinigung ganz ohne Klopapier: HAPPYPO Po Dusche*

Großer Toiletten-Knigge

Wenn es eine längere Sitzung wird, dann kann ich dir noch das ans Herz legen:

  • Nicht stundenlang am Klo sitzen! Der Unterleib kühlt aus.
  • Nicht zu stark drücken: Schlecht für den Beckenboden, der für eine gesunde Blasenfunktion wichtig ist.
  • Hausverstand: Die richtige Wischtechnik - Von vorne nach hinten reinigen. Das verringert das Risiko, dass Darmbakterien in die Harnröhre verschleppt werden.
  • Daheim: Dir richtige Intimhygiene - Am besten danach am Bidet oder mit Waschlappen hinten nachsäubern.
    Tipp bei der Verwendung von Feuchttüchern: Vorher gut im Wasser auswaschen, erst dann verwenden.
  • Unterwegs: Gegebenfalls mit sensitiven, unparfümierten Feuchttüchern bzw. Intimpflegetüchern nachhelfen.
  • Vor dem nächsten Sex: Eine Dusche nehmen! Denn es sind zumeist die eigenen Darmbakterien, die eine Blasenentzündung verursachen.

FAQ

Blasenentleerung bei Blasenentzündung

Etwa alle 2-4 Stunden die Blase vollständig entleeren. In Summe sollen über den Tag verteilt mindestens 1,5 Liter Urin ausgeschieden werden. Bei einer HWI kann mehr getrunken und öfter entleert werden, aber auf gar keinen Fall mit den Mengen übertreiben. Weiterlesen ...

Meine persönliche Erfahrung: Nicht übertreiben und alle paar Minuten tröpfchenweise pinkeln, das reizt die entzündeten Schleimhäute durch die Kontraktion noch mehr. Außerdem sollen die Wirksubstanzen von Arzneimitteln (Antibiotikum, D-Mannose, ...) nicht durch ständiges Harnlassen ausgeschieden werden. Weiterlesen ...

Der Urologe/Urologin stellt das mit einer Restharnsonografie fest. Selbsttest: Nach der Blasenentleerung aufstehen, bzw. die Blase von außen mit den Fingerkuppen leicht anheben. Kommt dann nochmals Urin, weist das auf eine Restharnproblematik hin. Restharn begünstigt Blasenentzündungen. Weiterlesen ...

Ab einer Menge von etwa 100 ml bei Erwachsenen kann es problematisch werden. Weiterlesen ...

Den Beckenboden entspannen und den Urin frei laufen lassen. Nach dem Wasserlassen einen Moment warten, dann noch einmal versuchen zu urinieren. Ein paar weitere Tricks helfen die Blase vollständig zu entleeren. Weiterlesen ...

Durch die entzündete Schleimhaut der Harnblase (=Urothel) ist die Dehnbarkeit der Blase vermindert und signalisiert häufiger Harndrang. Weiterlesen ...

Reizzustände der Blase (z.B. häufiger Harndrang mit geringen Urinmengen, unkontrollierter Unrinverlust) ohne nachweisbare Ursache (keine Infektion, Harnsteine, Tumore, Bandscheibenprobleme, etc.) werden als "überaktive Blase" bezeichnet. Weiterlesen ...

Stressabbau, Verzicht auf Genussmittel, Beckenbodentraining, Blasentraining. Weiterlesen ...

Mögliche Therapie bei einer Belastungsinkontinenz: Beckenbodentraining, Gewichtsabnahme bei Übergewicht, medikamentöse Behandlung, seltener ein operativer Eingriff. Weiterlesen ...

Übertragung von Bakterien findet am ehesten indirekt durch mangelnde Händehygiene statt. In der Theorie gibt es aber noch weitere Ansteckungsquellen. Weiterlesen ...

Vorher und nachher Hände waschen, kein Toilettenpapier von öffentlichen Toiletten, von vorne nach hinten abwischen. Weiterlesen ...